Infektionsrisiken durch Ultraschall

Bei unsachgemäßen Desinfektionspraktiken bleiben Ultraschallsonden noch kontaminiert, wodurch Patienten einem Risiko für nosokomiale Infektionen ausgesetzt werden.

Studien zeigen, dass bei unsachgemäßer Desinfektion von Ultraschallsonden die Sonden mit Mikroorganismen kontaminiert bleiben.


  • Mehr als 45 % der Ultraschallsonden,die auf jeweils 5 Notfallaufnahmen bzw. Intensivstationen verwendet wurden, wiesen eine bakterielle Kontamination auf, wobei > 50 % eine Blutkontamination aufwiesen.1
  • Mehr als 90 % der transvaginalen Ultraschallsondenwaren nach der Reinigung mit einem Papiertuch kontaminiert, und mehr als 50 % wurden positiv auf MRSA oder andere potenziell pathogene Bakterien getestet.2
  • Mehr als 80% der Ultraschallsondengriffe bleiben kontaminiert, wenn sie nicht desinfiziert werden.3,4
  • Eine Metaanalyse fand eine Prävalenz von12,9 % für häufig vorkommende Bakterien und1 % für Virenauf transvaginalen und transrektalen Sonden nach einer Behandlung mit niedrigwirksamen Desinfektionstüchern und Sprays.5
  • Mehr als 20 % der Sondenköpfe blieben nach einer niedrigwirksamen Desinfektion mit Tüchern mit Bakterien kontaminiert.3


Die Risiken einer unsachgemäßen Aufbereitung von Sonden

Die Patientensicherheit sowie die finanzielle Gesundheit und der Ruf einer Einrichtung sind einem Risiko ausgesetzt, wenn nicht beste Aufbereitungspraktiken umgesetzt werden.

Tod eines Patienten

Ein Patient starb an Hepatitis B, die vermutlich durch eine unsachgemäß desinfizierte endokavitäre Ultraschallsonde übertragen wurde.6

Die britische Gesundheitsbehörde, Medicine and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA), hat eine Warnung an medizinische Versorgungszentren herausgegeben, alle Ultraschall-Desinfektionsverfahren in Großbritannien zu überprüfen.


Epidemiologische Studie: Infektionsrisiken nach Ultraschall festgestellt

Die von einer nationalen Gesundheitsbehörde in Auftrag gegebene Studie zeigte ein erhöhtes Infektionsrisiko in den 30 Tagen nach einer endokavitären Ultraschalluntersuchung.7

Zum Zeitpunkt der Studie führten 90,5 % der Einrichtungen keine bakterizide, mykobakterizide, viruzide und fungizide Desinfektion der Ultraschallsonden durch (international als „hochwirksame Desinfektion“ oder „HLD“ bezeichnet).

Unter den 982.911 nachbeobachteten Patienten befanden sich 330.500 Gynäkologie-Patientinnen. Insgesamt 60.698 dieser Gynäkologie-Patientinnen hatten sich einer transvaginalen Ultraschalluntersuchung unterzogen. Die erhöhten Infektionsrisikoraten nach transvaginalem Ultraschall waren alarmierend.7

Seitdem empfiehlt diese nationale Gesundheitsbehörde die hochwirksame Desinfektion bei endokavitären Ultraschallsonden.

Desinfektion von Ultraschallsonden

Ultraschallsonden müssen vor der Nutzung ordnungsgemäß desinfiziert sein, um das Risiko einer Infektionsübertragung zu reduzieren.

Die Klassifizierung nach Spaulding zeigt uns, wie Ultraschallsonden auf der Basis ihrer Anwendung desinfiziert werden sollen und bildet die Grundlage für internationale Leitlinien zur Aufbereitung von Ultraschallsonden. Erfahren Sie mehr über die Klassifizierung nach Spaulding und die Leitlinien zur Aufbereitung von Ultraschallsonden.

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Sondenhüllen ersetzen nicht die ordnungsgemäße Desinfektion von semi-kritischen Geräten.

Kondome reißen in bis zu 13 % der Fälle, und kommerzielle Hüllen versagen in bis zu 5 % der Fälle.8-11 Neuere Literatur bestätigt, dass Sondenhüllen die Notwendigkeit einer hochwirksamen Desinfektion (bakterizide, mykobakterizide, viruzide, fungizide Desinfektion) nicht ersetzen.11,12


Die automatisierte Desinfektion ist der manuellen Desinfektion mit Tüchern überlegen

In einer Studie wurden Proben von transvaginalen Ultraschallsonden nach einer niedrigwirksamen Desinfektion mit quaternären Tüchern genommen. >20 % der Sondenköpfe blieben mit Bakterien kontaminiert, ein Organismus, der von einer niedrigwirksamen Desinfektion abgetötet werden sollte (Abbildung unten).3

Automatisierte hochwirksame Desinfektion mit trophon® eliminierte in der gleichen Studie erfolgreich Bakterien sowohl von den Sondenköpfen als auch von den Griffen.3

Erfahren Sie mehr über trophon®2

Die trophon-® Produktfamilie umfasst die Geräte trophon2 und trophon EPR, welche die gleiche Kerntechnologie von ultraschallbehandeltem Wasserstoffperoxid verwenden.

Literaturhinweise:

  1. Keys, M., et al. Crit Care Resusc. 2015:17(1): 43–46.
  2. Oide, S., et al. (2019). J Med Ultrason 46(4): 475–479.
  3. Buescher DL et al. Ultrasound Obstet Gynecol 2016;47(5): 646–651.
  4. Ngu, A., et al. (2015). Infect Control Hosp Epidemiol 36(5): 1–4.
  5. Leroy S, et al. J Hosp Infect 2013;83(2): 99–106.
  6. MHRA UK 2012. Medical Device Alert: Reusable transoesophageal echocardiography, transvaginal and transrectal ultrasound probes (transducers) (MDA/2012/037).
  7. Scott D, et al. Risk of infection following semi-invasive ultrasound procedures in Scotland, 2010 to 2016: A retrospective cohort study using linked national datasets. Ultrasound 2018;26(3): 168–177.
  8. Amis S, et al. J Clin Ultrasound. 2000;28(6):295-8.
  9. Milki A, et al. Fertil Steril. 1998;69(3):409-11.
  10. Masood J, et al. Int Urol Nephrol. 2007;39(4):1121-4.
  11. Basseal JM, et al. Infect Dis Health. 2020;25(2):77-81
  12. Westerway SC, et al. Ultraschall Med. 2020. doi: 10.1055/a-1168-6602. Online vor dem Druck veröffentlicht.
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