Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen (Nosokomialinfektionen)

Nur eine einzige schlecht desinfizierte Sonde genügt, um Ihre Patienten dem Risiko einer Kreuzkontamination auszusetzen.

Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen (Nosokomialinfektionen)

Nur eine einzige schlecht desinfizierte Sonde genügt, um Ihre Patienten dem Risiko einer Kreuzkontamination auszusetzen.

Bei Nosokomialinfektionen, auch Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen genannt, handelt es sich um Infektionen von Patienten, die durch die Behandlung entweder als direkte Folge von Eingriffen oder sonstige Kontaktübertragung in einer Gesundheitseinrichtung auftreten.1 Dies bedeutet, dass sich ein Patient während einer Behandlung oder eines Aufenthalts in einer Gesundheitseinrichtung mit einer neuen Infektion angesteckt hat.


Die häufigsten unerwünschten medizinischen Ereignisse

Nosokomialinfektionen zählen zu den weltweit am häufigsten auftretenden unerwünschten medizinischen Ereignissen mit einer Prävalenz von ungefähr 7 bis 10 %.2,3

Nosokomialinfektionen können eine signifikante Morbidität verursachen und stellen ein Risiko für Patienten, Mitarbeiter und Besucher dar.4 Einrichtungen und Ärzte können durch Nosokomialinfektionen, die mit ihrer Einrichtung in Verbindung gebracht werden, sowohl finanzielle Schäden als auch Rufschädigung erleiden.


Nosokomialinfektionen verursachen erhebliche Kosten in der Gesundheitsversorgung

Nosokomialinfektionen verlängern Krankenhausaufenthalte und erhöhen Versorgungskosten. Die den Nosokomialinfektionen zugeschriebenen zusätzlichen Kosten werden in einem großen tertiären medizinischen Versorgungszentren in Deutschland auf €5.823 bis €11.840 pro infiziertem Patienten geschätzt.5

Nosokomialinfektionen sind vermeidbar

In Deutschland erleiden jedes Jahr geschätzte 400.000 bis 600.000 Patienten eine im Krankenhaus erworbene Infektion; 10.000 bis 15.000 dieser Patienten sterben.6 In Europa erleiden jedes Jahr rund 4.100.000 Patienten Nosokomialinfektionen.7

Eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse ergab, dass 35 bis 55 % der Nosokomialinfektionen mit den bestehenden vielseitigen Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle vermeidbar sind, und zwar unabhängig vom Einkommensniveau eines Landes.8


Die Rolle von Medizinprodukten bei Nosokomialinfektionen

Die Sterilisation und Desinfektion von Medizinprodukten spielt eine wichtige Rolle in der Prävention von Nosokomialinfektionen. Mehrere Studien dokumentieren Fehler in der Aufbereitung von Medizinprodukten, wovon einige zu Ausbrüchen und Patientenexposition geführt haben.9-11

Populationsstudie: Infektionsrisiken nach Ultraschall

Eine von den nationalen Gesundheitsbehörden (Schottland) in Auftrag gegebene Studie – die erste ihrer Art – zeigte ein für Patienten „unzumutbares Risiko“ von Infektionen nach einer Ultraschallanwendung. Die Studie zeigte ein erhöhtes Infektionsrisiko in den 30 Tagen nach einer endokavitären Ultraschalluntersuchung. Die von einer nationalen Gesundheitsbehörde in Auftrag gegebene Studie zeigte ein erhöhtes Infektionsrisiko in den 30 Tagen nach einer endokavitären Ultraschalluntersuchung.12

Zum Zeitpunkt der Studie führten 90,5 % der Einrichtungen keine bakterizide, mykobakterizide, viruzide und fungizide Desinfektion der Ultraschallsonden durch (international als „hochwirksame Desinfektion“ oder „HLD“ bezeichnet).


Die Realität eines öffentlichen Gesundheitsrisikos

Unter den 982.911 nachbeobachteten Patienten befanden sich 330.500 Gynäkologie-Patientinnen.

Insgesamt 60.698 dieser Gynäkologie-Patientinnen hatten sich einer transvaginalen Ultraschalluntersuchung unterzogen.

Seitdem empfiehlt diese nationale Gesundheitsbehörde die hochwirksame Desinfektion bei endokavitären Ultraschallsonden.

Die erhöhten Infektionsrisikoraten nach transvaginalem Ultraschall waren alarmierend:12


Verhindern, dass sich durch die Nutzung von Medizinprodukten eine Nosokomialinfektion entwickelt.

Die Klassifizierung nach Spaulding identifiziert den erforderlichen Desinfektions- oder Sterilisationsgrad für Medizinprodukte basierend auf dem Patientengewebe, mit dem das Produkt voraussichtlich in Berührung kommt.

Die Klassifizierung nach Spaulding bildet die Grundlage für internationale Leitlinien zur Aufbereitung von Ultraschallsonden.

Bundesbehörden und Fachgesellschaften weltweit stellen Leitlinien für die ordnungsgemäße Aufbereitung von Ultraschallsonden bereit, um Patienten vor Nosokomialinfektionen zu schützen.

Diese Leitlinien basieren auf der Klassifizierung nach Spaulding. 

Erfahren Sie, wann Ultraschallsonden hochwirksam zu desinfizieren sind

Informieren Sie sich über die klinischen Risiken einer unsachgemäßen Aufbereitung von Ultraschallsonden

1. World Health Organization (WHO) 2020. Infection prevention and control. The burden of health care-associated infection worldwide. Zugriff auf die Webseite im Oktober 2020: https://www.who.int/infection-prevention/publications/burden_hcai/en/
2. Currie K et al. Am J Infect Control. 2018;46(8):936-42.
3. WHO. Healthcare Associate Infections Fact Sheet. Online-Zugriff im Oktober 2020: https://www.who.int/gpsc/country_work/gpsc_ccisc_fact_sheet_en.pdf
4. Zacher B, et al. Euro Surveill. 2019;24(46):1900135
5. Arefian H, et al. American Journal of Infection Control. 2016:44(2).160-166
6. Robert-Koch-Institut (RKI). Antibiotikaresistenz und Krankenhausinfektionen. 2017. Verfügbar unter: https://www.rki.de/EN/Content/infections/antibiotic/antibiotic_node.html. Datum des Zugriffs: 28.04.2021.
7. Currie K et al. Am J Infect Control. 2018;46(8):936-42.
8. Schreiber PW, et al. Infect Control Hosp Epidemiol. 2018;39(11):1277-95
9. WHO 2016. Decontamination and Reprocessing of Medical Devices for Health-care Facilities.
10. CDC 2008. Guideline for Disinfection and Sterilization in Healthcare Facilities.
11. Rutala WA, Weber DJ. Infect Dis Clin North Am. 2016 Sep;30(3):609-37.
12. Scott D, et al. Ultrasound 2018;26(3): 168–177.

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